Der Mensch verfügt über insgesamt 656 Muskeln. Was tut sich nun im Muskelapparat, wenn dieser Mensch einen Lachanfall bekommt? In der Gesichtsregion werden 17, am ganzen Körper 80 Muskeln in Bewegung gesetzt. Die Grafik zeigt die im Gesicht beteiligten Muskeln (auch wenn der Bursche hier gar nicht so sehr zu lachen scheint):
(Quelle: WDR Fernsehen, Originalseite < WDR > falls online noch verfügbar)
Die Augenbrauen ziehen sich nach oben, die Nasenflügel erweitern sich, die Mundwinkel ziehen sich nach oben, die Augen verengen sich zu Schlitzen. Der eigentliche Lachmuskel ist der Musculus zygomaticus major, der große Jochbeinmuskel, der den Jochbogen mit dem Mundwinkel verbindet. Eine animierte Darstellung findet sich hier < zygomaticus major>.
Um ein mürrisches Gesicht zu ziehen, bedarf es sage und schreibe 40 Muskeln. Unter dem Aspekt des Energieaufwands ist also das Lachen durchaus vorzuziehen.
Was tut sich noch? Bei einem richtigen Lachanfall pressen die Bauchmuskeln die Atemluft mit einer Geschwindigkeit von ca. 100 km/h aus den Lungen heraus.
Ein weiterer wichtiger Lachmuskel ist das Zwerchfell, die Muskelplatte, die den Bauchraum von der Brusthöhle trennt. Es ist der wichtigste Atemmuskel. Auf dem Zwerchfell sitzen die beiden Lungenflügel Beim Einatmen zieht sich das Zwerchfell zusammen und damit nach unten, dadurch wird die Lunge auseinander gezogen. Der hierdurch entstehende Sog zieht Außenluft in die Lungenflügel. Gleichzeitig werden die Organe im Bauchraum nach unten geschoben. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell, wandert nach oben und drückt so die Luft aus den Lungen heraus. Bei der normalen Atmung geht das alles sehr ruhig vor sich. Was beim Lachen passiert, fasst Dr. Michael Titze so zusammen: „Beim Lachen öffnen wir den Mund, weil sich die Atemfrequenz vervielfacht. Wir atmen tiefer und länger ein, während die Ausatmung nur kurz ist. Auch die Brustmuskeln sowie das Zwerchfell, ebenfalls ein großer Muskel, werden aktiviert. Das schafft die Voraussetzung für einen erhöhten Gasaustausch in der Lunge und steigert die Atemkapazität deutlich. Auf die Eingeweide übt die Anspannung des Zwerchfells eine Art Massage aus, was sich wiederum günstig auf die Darmaktivität auswirkt. Da das Lachen auch die unwillkürliche glatte Muskulatur anregt, weiten sich die Bronchien, so dass die Durchlüftung der Lungen verbessert wird. Beinahe das gesamte Luftvolumen der Lunge pressen wir beim Lachen stoßweise heraus. Dadurch ist auch der Kehlkopfbereich mitbetroffen, was die Stimmbänder aktiviert. Es entstehen die typischen stakkatoartigen Lachlaute.“
(Dr. Michael Titze, Lachen ist die beste Medizin, zum Originaltext geht es < hier > (falls online noch verfügbar).
Bei Wikipedia gibt es einen sehr informativen Artikel über das Zwerchfell < hier >.
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