Wie sich das Lachen entwickelt

Lächeln und Lachen sind Verhaltensweisen, die wir nicht lernen müssen. Wir haben sie mit unserer Geburt mitbekommen, sie sind als biologisches Erbe in unseren Genen gespeichert (anthropogene Verhaltensmuster). Deshalb können auch Menschen, die taubstumm geboren wurden, ebenso herzhaft lachen, wie jeder andere auch.

Das allererste Lächeln beim Neugeborenen ist schon in den ersten Lebenswochen zu sehen. Es ist das sog. “Engelslächeln”, ein Reflex, der auch im Schlaf geschieht. Dieses Lächeln ist noch sehr unspezifisch und wird jedem Gesicht entgegengebracht, das im kindlichen Blickfeld auftaucht. Das Engelslächeln verschwindet aber sehr bald, und spätestens mit 6 Wochen tritt an seine Stelle ein echtes Lächeln, das denjenigen geschenkt wird, die auf kindgemäße Weise mit dem Säugling interagieren: Den richtigen Abstand zu ihm einhalten, die Augenbrauen hochziehen, die Stimme anheben und anderes mehr. Mit zwölf Wochen kichert und gluckst das Baby bereits und freut sich über kleine Späßchen.

Das erste laute Lachen:
Und dann passiert’s, etwa am Ende des vierten Monats. Das Baby lacht. Lacht laut heraus. Vielleicht hat der Papa ihm gerade den Bauch gekitzelt, oder die Mama hat Versteckengespielt. Anfangs klingt dieses Lachen noch ein bisschen wie Schreien. Und das ist kein Wunder. Denn: Genau betrachtet liegen diese Gefühlsäußerungen eng beieinander. Beides besteht aus schnell aufeinander folgenden Atemstößen. Nur, dass das Lachen einen äußerst positiven Hintergrund hat. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das erste Babylachen genau in die Phase fällt, in der das Baby beginnt, Gesichter optisch klar auseinander zu halten. Jetzt geht’s nicht mehr nur um die Augen. Das Baby kann Details im Gesicht erkennen, weiß zum Beispiel, ob ein Mund lacht. Jetzt werden bevorzugt Mama und Papa mit einem breiten Grinsen und einem fröhlichen Glucksen beschenkt – bei Unbekannten fremdelt das Kind eher. Inzwischen weiß der kleine Mensch nämlich auch: Auf meine Eltern kann ich mich verlassen. Sie sind für mich da, füttern und streicheln mich. Und ich brauche mich nicht zu fürchten, wenn sie mich kitzeln oder hoch in die Luft halten. Vor allem dann nicht, wenn das Gesicht von Mama und Papa dem Baby zeigt: ganz schön lustig, was wir zwei hier miteinander erleben. Wenn’s Ihrem Nachwuchs zu viel der Gaudi wird, kann er das inzwischen übrigens recht klar machen. Plötzlich wird das Glucksen zaghaft, die Mundwinkel wandern nach unten – ein Zeichen, das Eltern ernst nehmen sollten.

Sprache macht Spaß:
Das ganze Säuglingsalter hindurch lachen Kinder – spielerische Stimmung vorausgesetzt – über kleine Späßchen. Sobald das Kind die Magie der Worte entdeckt, wird Sprache zum Witzfaktor Nummer eins. Schon Babys lachen über ihr eigenes Gebrabbel. Das Kleinkind quietscht vergnügt, wenn man seine Wörter korrigiert. Ein Vierjähriges schüttet sich vor Lachen über Wörter aus, die es selbst verdreht. Im Vorschulalter garantieren Kinderwitze allergrößte Heiterkeit – je zwielichtiger sie sind, umso besser, zum Leidwesen der Eltern. Für albernes Gekicher, lautes Gepruste und Gegackere brauchen Kinder keinen Grund, jede Situation ist gut dafür. Lachen ist für die Kleinen nichts weiter als ein Ausdruck purer Unbeschwertheit. Das Schöne daran: Humor, sagen Wissenschaftler, wird am Modell gelernt. Fröhliche Eltern haben in der Regel deshalb auch kleine Witzbolde.

Quelle: GesundheitPro.de. Hier geht’s < zum Originalartikel > , falls online noch verfügbar.

Ein Kommentar (+add yours?)

  1. angela
    Feb 03, 2010 @ 01:34:15

    Ich lese deinen Blog jetzt doch schon eine ganze weile aber irgendwie hab ich nie einen Kommentar zu deinen Artikeln geschrieben. Wollte jetzt aber endlich mal ein Lob aussprechen, sind richtig gute Artikel welche du hier jedes mal schreibst. Ich hoffe es kommen noch einige weitere interessante Artikel.

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