Soll Santa Claus lachen?

weinachtsmann_kl.jpgWie ich eben auf Spiegel-Online lese, soll der Weihnachtsmann in Australien das altvertraute “Ho Ho Ho” ersetzen durch ein “Ha Ha Ha”.

Die Mitarbeiter der Weihnachtsmann-Firma Westaff in Sydney seien angewiesen worden, in Zukunft Ha-Ha-Ha zu rufen, berichtet die Zeitung “Herald Sun”. Man befürchte, der althergebrachte Ruf könne Kinder erschrecken, sagte ein Sprecher der Firma zur Begründung.

Nun könnte es natürlich durchaus sein, dass ein von hinten an ein nichtsanhnendes Kind sich heranpirschender Weihnachtsmann mit einem basslastigen, dumpf grollenden “Ho Ho Ho” demselbigen einen gehörigen Schock versetzt, zumal dann, wenn dieses Kind einer solchen Begenung zum ersten Mal ausgesetzt ist. Da hat man schnell ein frühkindliches Trauma weg.

Aber nicht nur psychologische und traumatologische Argumente sprechen für den Vorschlag. Als Lachtrainer strahle ich natürlich übers ganze Gesicht, wenn Santa Claus in Zukunft seinen Gruß mit “Ha Ha Ha” entbietet. Führt ein “Ha Ha Ha” doch automatisch dazu, dass sich die Mundwinkel hochziehen, die Stimmlage viel heiterer wird und die gesamte Mimik gute Laune ausstrahlt. Ausgiebige Selbstversuche haben mir eben gezeigt, dass das oftmals wiederholte “Ha Ha Ha – Merry Christmas” ganz anders rüberkommt als die Variante mit dem “Ho Ho Ho”. Und nicht nur das … auch die eigene Befindlichkeit ändert sich mit der Zeit hin zu einem nahezu vergnügten Gemütszustand. Probieren Sie’s mal aus!

Daher ist zu erwarten, dass der Weihnachtsmann immer bessere Laune bekommt, je häufiger er seine neue Formel ausspricht. Mal ganz ohne Ironie: Diese Möglichkeit, seinen Gemütszustand durch ganz einfache körperliche Aktionen zum Positiven zu verändern, untersucht eine Richtung der Psychologie, die sich Embodiment bzw. Body-Feedback nennt. Darüber will ich hier demnächst mal etwas mehr berichten.

Zurück zum Ha-Ha-Ha-Santa-Claus. Die Idee ist gut. Man kann sie noch erweitern! Warum überlassen wir das “Ha Ha Ha” nur dem Weihnachtsmann. Ich schlage vor, dass wir es zum täglichen Bestandteil unserer Kommunikation machen:

  • bei jeder Begrüßung: “Ha Ha Ha – hallo, wie geht’s?”
  • bei jedem Einkauf: “Ha Ha Ha – haben Sie heute Putenschnitzel?”
  • vor jeder Rede: “Ha Ha Ha – meine sehr gerehrten Damen und Herren”
  • bei jeder Beschwerde: “Ha Ha Ha – das Ding funktioniert nicht!”
  • bei jeder Konferenz: “Ha Ha Ha – ich eröffne die Besprechung”
  • und so weiter.

Die Laune im gesamten Deutschland würde sich allein durch diese drei kleinen Silben schlagartig zum Positiven wenden -meinen Sie nicht auch?

Und wie hat man in Australien auf die Ha-Ha-Ha-Forderung reagiert ?

In der vielköpfigen Weihnachtsmanngemeinde Sydneys brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los. Zwei Nikoläuse hätten nachweislich den Dienst quittiert, berichtet die “Herald Sun”. Ein angehender Santa Claus erklärte dem “Daily Telegraph”, man habe ihm verboten, Ho-Ho-Ho zu rufen, weil dies dem amerikanischen Slangausdruck für Prostituierte zu ähnlich sei.

Und:

Der Leiter der australischen “Childhood Foundation”, Joe Tucci, erkärte, dies sei ein ultimatives Beispiel für politische Korrektheit, die außer Kontrolle gerate. “Es gibt keine wichtigere Tradition für Kinder als Santas Ho-Ho-Ho”, so Tucci. Selbst Aktivisten für Kinderrechte wie Julie Gale von “Free 2B Kids” reagierten genervt und forderten: “Lasst Santa in Ruhe!”

Hier der gesamte Text auf Spiegel-Online.

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