Was ist ein Lachseminar?

happy.jpgWas ein Verkaufsseminar ist, weiß jeder. Da lernen wir z. B., wie wir unser Angebot besser verkaufen können, wie wir ein Verkaufsgespräch erfolgreich führen etc. Und davon haben wir einen unmittelbaren praktischen Nutzen. Was aber ist ein Lachseminar? Was lernt man da? Welchen Nutzen bringt das? Mit solchen Fragen werde ich als Lachtrainer immer wieder konfrontiert. Ich will versuchen, auf dem Hintergrund meiner persönlichen Erfahrungen, einige Antworten zu geben.

Zunächst einmal lernen Sie in einem Lachseminar (so wie ich es praktiziere) die Methode des Lach-Yoga. Ich zeige Ihnen die Lachübungen, und Sie sind eingeladen mitzumachen. Diese Lachübungen sollen den Lachimpuls auslösen, da wir ja beim Lach-Yoga keine Witze erzählen oder ähnliches. Die ersten Lachübungen sind aus Alltagssituationen abgeleitet, so dass es jedem relativ leicht fällt, darüber ins Lachen zu kommen. Wichtig ist mir dabei, dass sich kein Teilnehmer unter Druck gesetzt fühlt. Niemand muss lachen, wenn ihm nicht danach zumute ist. Über kurz oder lang sorgen allerdings die albernen Übungen und vor allem der Ansteckungsfaktor dafür, dass man sich das Lachen gar nicht mehr verkneifen kann.

Zu einer Lach-Yoga-Runde (die ca. 20 – 30 Minuten dauert) gehören neben den Lachübungen auch noch die Klatschübung und Atemübungen. Zwischen den Lach-Yoga-Runden erhalten Sie dann auch Informationen über Lach-Yoga und das Lachen allgemein (in einem Vortrag oder einer Gesprächsrunde). In den Pausen gibt es Gelegenheit sich zu erfrischen und sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen.

Nach ziemlich kurzer Zeit stellt sich bei einem Lachseminar jene besondere Lachatmosphäre ein, eine Atmosphäre, in der es auch skeptischen Teilnehmern leichter fällt aus sich herauszugehen und zu lachen. Eine Teilnehmerin meines letzten Seminars war mit einer sehr reservierten Einstellung gekommen: „Auf Kommando kann ich nicht lachen, und künstlich lachen kann ich auch nicht.“ Kurz nach der Mittagspause passierte es dann. Bis dahin hatte sie zwar die Übungen mitgemacht, aber das richtige Lachen wollte sich noch nicht einstellen. Und dann konnte sie nicht mehr anders: Eine Übung brachte sie derart zum Lachen, dass sie wiederum die ganze Gruppe ansteckte. Wir saßen 20 Minuten da und lachten und lachten …

Und genau das ist der springende Punkt! Es geht nicht darum, auf Kommando lachen zu müssen. Es geht darum, in einem Lachseminar diese besondere Atmosphäre, dieses Lachklima zu fördern und aufrechtzuerhalten (das ist die Aufgabe des Lachtrainers!), das es den Teilnehmern ermöglicht, sich fallen zu lassen und ihr Lach-Potenzial (wieder) anzuzapfen. Es fließt dann eine schöne und positive Lach-Energie, durch die sich wildfremde Menschen in ganz kurzer Zeit ganz nahe kommen können.

Zu meinen Lachseminaren kommen Menschen, die sowieso schon gerne und viel lachen. Sie entdecken dann eine neue Dimension, nämlich, wie man ohne Grund viel länger lachen kann, wenn man das regelmäßig trainiert. Es kommen aber auch Menschen, denen das Lachen buchstäblich vergangen ist. Sie hoffen, ihr verloren gegangenes Lachen wieder zu finden. Und oft funktioniert das auch. Und hier kommt ein weiterer wichtiger Punkt ins Spiel. Beide Personengruppen entdecken durch die vielen Lachübungen wieder mehr ihre heitere Seite. Sie erkennen, dass wir aus vielen unserer alltäglichen Handlungen Lachübungen machen können! Damit ändert sich im Laufe der Zeit die Lebenseinstellung – weg vom Negativ-Betrübten hin zum Gelassen-Heiteren.

Ein Lachseminar ist also nicht eine mechanische Abfolge von Lachübungen, mit mehr oder minder verkrampften Anstrengungen ins Lachen zu kommen. Wenn ein solcher Eindruck entsteht, dann sollte der Trainer schleunigst aufhören! Ganz wichtig ist es (für mich), jeden einzelnen Teilnehmer in seiner Individualität zu erkennen und zu behandeln. Nur dann kann sich für ihn das ereignen, was ein arabisches Sprichwort so schön ausdrückt: „Zwischen Lachen und Spielen werden die Seelen gesund.“

Ich wünsche Ihnen eine schöne, heitere und harmonische Adventszeit.

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