Neue Studie: gemeinsames Lachen reduziert Schmerzempfinden

Robin Dunbar und seine Mitarbeiter (Oxford University) haben eine neue Studie über schmerzverringernde Wirkungen gemeinsamen Gelächters veröffentlicht.

Hier einige Links zu diversen Publikationen, in denen darüber berichtet wird:

Interessant ist, dass der Effekt nur unter zwei Voraussetzungen eintritt:

Erstens muss man wirklich herzlich lachen, d.h. Luft mehrmals ausatmen ohne dazwischen einzuatmen. Dadurch tritt ein körperlicher Erschöpfungseffekt ein, der wiederum die Ausschüttung von Endorphinen auslöst.

Verstärkt wird die Wirkung, wenn sich die Versuchspersonen die lustigen Videos nicht allein, sondern in Gruppen ansahen. Dann ist die Reizschwelle gegenüber Schmerz sogar noch höher. Darin könnte laut Forschern auch der Sinn des Lachens liegen: Gruppen in ihrem Zusammenhalt zu stärken.

(Quelle: ORF.at)

 

 

 

 

 

Studie: Lachen ist gesund – auch bei COPD?

Ja, Lachen ist gesund. Oder vielleicht doch nicht so
ganz? Zumindest bei COPD wollten Forscher die Frage jetzt beantworten – mit
nicht ganz eindeutigem Ergebnis.

CHICAGO (mal). Humorvolle COPD-Patienten haben seltener Phasen depressiver Stimmung, weniger Ängste und überhaupt eine bessere Lebensqualität als andere COPD-Kranke, melden jetzt Forscher um Professor Kim Lebowitz von der Northwestern University in Chicago (Heart Lung 2011; 40 (4): 310).

Ganzer Artikel auf www.aerztezeitung.de  - Informationen über COPD hier bei Wikipedia.

5 wissenschaftliche Thesen über das Lachen

Die ZEIT online widmet der Lachforschung einen sehr ausführlichen Artikel.

Unglaublich komisch

Es gibt Leute, die ganz ernsthaft Lachforschung betreiben. Fünf wissenschaftliche Thesen über das Lachen

Kinder lachen 400-mal am Tag. Erwachsene nur 15-mal. In den fünfziger Jahren lachten die Leute insgesamt noch täglich 18 Minuten lang. Heute sechs. So lauten die deprimierenden Ergebnisse der Lachforschung.

Die gibt es tatsächlich, sie hat auch einen ernsthaften Namen: Gelotologie von griechisch gélōs, das Lachen. Philosophen haben sich von jeher den Kopf über jenes eigenartige Phänomen zerbrochen, das die Gesichtszüge entgleisen lässt und von Glucks- und Kreischlauten sowie konvulsivischen Zuckungen des ganzen Körpers begleitet wird. Doch heute beschäftigen sich überall auf der Welt auch Psychologen, Neurowissenschaftler, Soziologen und Mediziner mit Sinn, Zweck und möglichem Zusatznutzen des Lachens. Gelotologie wird seit etwa zwei Jahrzehnten als Disziplin ernst genommen.

Die analytische Betrachtung der vielleicht anarchischsten Regung im Verhaltensrepertoire des Menschen führt zwangsläufig zu paradoxen Befunden. Fünf Thesen über das Lachen im Lichte seiner ernsthaften Beforschung.

THESE 1: Die Anzahl der Lachforscher steht in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zur Dauer des durchschnittlichen Tagesgelächters.

Weiterlesen auf: www.zeit.de

Wie entsteht ein Lachkrampf?

Auf der NDR-Seite befindet sich auch ein sehr gut gemachtes Video. Unbedingt anschauen!

Lachkrampf – Hochleistung für den Körper

Lachen ist die beste Medizin: Es versorgt das Gehirn mit Sauerstoff, senkt den Blutdruck, kurbelt das Immunsystem an, entspannt die Muskeln und lindert sogar Schmerzen. Manchmal steigert sich das Lachen zu einem Lachkrampf. Er entsteht, wenn wir in unangenehmen Situationen lachen müssen. Hat er uns erst einmal erwischt, lässt er sich schwer unterdrücken – je weniger man lachen will, umso schlimmer wird es.

Read more at www.ndr.de

Interview mit Prof. Carsten Niemitz zum Thema “Lachen “

Ein Interview auf SWR2 Impulse: der Humanbiologe und Lachforscher Prof. Carsten Niemitz berichtet über die sozialen Funktionen des Lachens:

Lachen (Audio) – SWR2 – Impuls – Episode 2124196.

Lachforschung: Hirnforscher erkunden die vier Arten des Lachens

Quelle:  www.welt.de

Freude, Schadenfreude, Hohn oder kitzlige Spielereien: Alle Menschen lachen unterschiedlich, aber: Die aktiven Hirnregionen sind dieselben.

“Hahaha!“ und „Hohoho!“: In Comics gibt es eine eindeutige Lautsprache für freudiges und für spöttisches Gelächter. Wie sich die verschiedenen Arten des Lachens in ihrem Klang unterscheiden und wie sie im Gehirn verarbeitet werden, haben nun Forscher untersucht. Ein lustiger Nebenbefund: Die Comiczeichner irren.

Das menschliche Lachen ist eine sehr differenzierte Angelegenheit. Es transportiert gegensätzliche Gefühle wie Hohn und Freude, aber auch Angst, Aufregung und Verlegenheit. Gemeinsames Lachen bringt Menschen einander näher. Mit einem Anlachen wird ein neuer Schüler in den Klassenverband aufgenommen. Wird er dagegen ausgelacht, fühlt er sich ausgeschlossen. „Lachen hat eine sehr wichtige Funktion für die Gruppenzugehörigkeit von Menschen und zur nonverbalen Vermittlung von Emotionen“, sagt Dirk Wildgruber, Psychiater an der Universitätsklinik Tübingen.

Vier Lachtypen untersucht

Wildgrubers Mitarbeiterin Diana Szameitat ließ zwanzig Schauspieler aus Deutschland und England vier verschiedene Episoden aufführen, bei denen sie am Ende aus unterschiedlichen Gründen lachen mussten: aus Freude, aus Schadenfreude, aus Hohn und schließlich, weil sie gekitzelt wurden. Das Gelächter zeichnete Szameitat auf und spielte es Probanden vor. Diese mussten raten, welche der vier Motive zur Belustigung beigetragen hatten.

Die Teilnehmer fanden mit 40 bis 50 Prozent Sicherheit die richtige Antwort. Allerdings konnten sie das höhnische Gelächter nur schlecht von der Schadenfreude trennen. Wenn Szameitat einen der beiden Lachtypen aus der Auswahl nahm, stieg die Trefferquote auf über siebzig Prozent. „Wir können die unterschiedlichen Arten von Gelächter heraushören“, erklärt Wildgruber. „Aber das alleine reicht nicht, um mit absoluter Sicherheit zu erkennen, warum gelacht wird. Dafür brauchen wir weitere sinnliche Reize, die Mimik und Informationen über die Situation.“

Auch rein physikalisch unterscheiden sich die vier Lacharten. Das fand Wildgrubers Team heraus, als es 43 akustische Parameter von der Tonhöhe über die Frequenz bis zur Dauer einer Hahaha-Phrase analysierte. Beim freudigen Lachen entstehen lange Pausen zwischen den Phrasen. Der Kitzellaut ist besonders schnell und schrill. Schadenfreude ähnelt in der Rhythmusstruktur dem freudigen Lachen, ist aber deutlich lauter. Das Hohngelächter übertrifft alle anderen Typen an Lautstärke und die einzelnen „Ha“-Silben sind besonders lang gezogen.

Anhand nur weniger Parameter können die vier verschiedenen Lacharten rein akustisch voneinander getrennt werden. Die Trefferquote liegt bei 76 Prozent, wie Wildgruber berichtet. „Die Technik und das menschliche Gehör sind also ähnlich gut.“ Unterschiede in den Vokalen, etwa ein „Hahaha!“ für Freude, ein „Hihihi!“ beim Kitzeln und ein „Hohoho!“ für Hohn, wie sie in der Comicsprache verwendet werden, stellen dagegen kein Charakteristikum dar.

Was in den Ohren unterschiedlich klingt, wird im Gehirn anders verarbeitet, vermutete Hirnforscher Benjamin Kreifelts aus Wildgrubers Arbeitsgruppe. Er ließ mehrere Probanden im Magnetresonanztomografen einem Hohngelächter, einem freudigen Lachen und einem Kitzellachen lauschen. „Wir gingen davon aus, dass Hohn und Freude den vorderen mediofrontalen Cortex stärker aktivieren. Diese Hirnregion wird intensiv angeregt, wenn wir darüber nachdenken, was andere von uns halten“, schildert Kreifelts. Dagegen sollte das Kitzelgekicher den akustischen Cortex besonders fordern, weil es aufgeregter klingt und in der Tonhöhe stärker variiert.Diese Vermutung bestätigte sich in der Studie.

Die Lachforscher kämpfen bei all ihren Untersuchungen allerdings mit einem Problem: „Es ist eine ganz besondere Schwierigkeit, ein natürliches Lachen aufzunehmen“, klagt Wildgruber. Probanden müssen schließlich vor der Aufzeichnung ihres Gefühlsausbruchs gefragt werden, was ein natürliches Ereignis quasi unmöglich macht. Wenn der Proband lacht, muss er im Nachhinein seine Gefühle dazu beschreiben, um den adäquaten Lachtypus zuzuordnen. Die Einschätzung der Gemütslage wird aber rein subjektiv und damit nicht verallgemeinerbar sein.

Sogar das Lachen der Schauspieler könnte sich als Irrweg erweisen, wenn es dem natürlichen Signal nicht entspricht, wie Wildgruber selbstkritisch anmerkt. Täglich wird lauthals millionenfach losgelacht, aber erforschen lässt der Urlaut nur äußerst mühselig.

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